
Temperatur sensor Technologie ermöglicht heute Messungen in einem beeindruckenden Bereich von -200 °C bis +1000 °C. Tatsächlich sind Temperatursensoren unverzichtbare Instrumente, die Temperaturänderungen erkennen und in lesbare, messbare Signale umwandeln. In unserem täglichen Leben sowie in industriellen Prozessen verlassen wir uns ständig auf diese präzisen Messgeräte, ohne es oft zu bemerken.
Je nach Anwendungsbereich stehen verschiedene Arten von temperatursensoren zur Verfügung. Während Platin-RTDs durch ihre hohe Genauigkeit und einen weiten Temperaturbereich überzeugen, eignen sich Nickel-RTD sensoren mit einem Betriebstemperaturbereich von -60 °C bis +300 °C für andere Einsatzgebiete. Halbleiterbasierte TSic-Sensoren bieten hingegen hochpräzise Messungen innerhalb begrenzter Temperaturbereiche. Die gebräuchlichsten RTD sensor Typen sind dabei Pt100 und Pt1000 mit Nennwiderständen von 100 Ohm bzw. 1000 Ohm bei 0 °C.
In diesem Artikel untersuchen wir die verschiedenen Arten von Temperatursensoren, ihre spezifischen Eigenschaften und Anwendungsbereiche. Wir helfen Ihnen zu verstehen, welcher Sensor für Ihre spezifischen Anforderungen am besten geeignet ist – von industriellen Prozessen über medizinische Geräte bis hin zu Automotive- und IoT-Anwendungen.
Grundlagen der Temperaturmessung mit Sensoren
Die Messung von Temperatur gehört zu den grundlegendsten Aufgaben in der messtechnischen Praxis. Zunächst müssen wir verstehen, wie Temperatursensoren physikalische Wärme in messbare Signale umwandeln und welche Prinzipien dabei zum Einsatz kommen.
Temperatur als physikalische Messgrösse
Die Temperatur ist eine physikalische Zustandsgrösse, die angibt, wie warm oder kalt ein Körper ist. Auf molekularer Ebene steht sie in direkter Verbindung mit der inneren Energie eines Systems. Je höher die Temperatur, desto schneller bewegen sich die Teilchen eines Körpers. Bei festen Körpern schwingen die Teilchen stärker, wenn die Temperatur steigt, während in Flüssigkeiten und Gasen die Bewegungsenergie der Moleküle zunimmt.
Für die praktische Temperaturmessung haben sich im Laufe der Zeit drei Haupteinheiten etabliert:
- Celsius: Die beim Wetter übliche Einheit, bei der der Gefrierpunkt des Wassers bei 0°C und der Siedepunkt bei 100°C liegt
- Kelvin: Arbeitet mit gleicher Gradeinteilung wie Celsius, wobei der Nullpunkt dem absoluten Tiefstwert von -273,15°C entspricht
- Fahrenheit: In angelsächsischen Ländern gebräuchlich, wobei 0°C gleich 32°F und 100°C gleich 212°F entspricht
Die absolute Temperatur ist direkt proportional zur mittleren kinetischen Energie der Teilchen. Folglich ist sie eine fundamentale Grösse, die in nahezu allen Bereichen von Wissenschaft und Technik eine entscheidende Rolle spielt.
Besonders wichtig bei der Temperaturmessung ist der Messpunkt. Um internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten, sollte die Temperatur an einem schattigen, luftumspülten Platz in 2 Meter Höhe bestimmt werden. Darüber hinaus darf weder höhere Bebauung noch Bewuchs für einen “Wärme- oder Kältekesseleffekt” sorgen.
Signalumwandlung: Von Temperatur zu Spannung oder Widerstand
Die Temperaturerfassung durch Wärmekontakt lässt sich grundsätzlich in vier Methoden unterteilen:
- Mechanische Erfassung: Nutzt unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten von Materialien (z.B. Quecksilber- oder Alkoholthermometer, Bimetallthermometer)
- Messen elektrischer Grössen:
- Nutzung des temperaturabhängigen elektrischen Widerstandes (Kaltleiter/PTC und Heissleiter/NTC)
- Thermoelemente, die Spannungen erzeugen, welche von Temperaturdifferenzen abhängen
- Spezielle Halbleiterschaltungen, die die Bandlücke nutzen
- Zeit- bzw. Frequenzmessung:
- Temperaturabhängige Differenzfrequenz verschieden geschnittener Schwingquarze
- Abklingrate der Fluoreszenz eines Leuchtstoffes
- Faseroptische Temperaturmessung mit Raman-Effekt
- Indirekte Messung: Über temperaturabhängige Zustandsänderungen von Materialien
Widerstandsthermometer beispielsweise nutzen die Temperaturabhängigkeit des elektrischen Widerstandes von Leitern. Reine Metalle wie Platin zeigen dabei stärkere Widerstandsänderungen als Legierungen und weisen einen relativ konstanten Temperaturkoeffizienten auf. Um den temperaturabhängigen Widerstandswert eines Pt100-Sensors zu erfassen, wird der von einem konstanten Messstrom verursachte Spannungsabfall gemessen. Nach dem Ohmschen Gesetz gilt: U = R × I.
Bei Thermoelementen hingegen wird der thermoelektrische Effekt ausgenutzt. Sie bestehen aus zwei punktverschweissten Drähten aus unterschiedlichen Metallen und liefern eine Thermospannung, die von der Temperaturdifferenz zwischen Messstelle und Anschlussklemmen abhängt. Die entstehende Spannung liegt im Bereich von 7-75 µV/°C.
In der industriellen Praxis ist die Signalverarbeitung nach der Erfassung entscheidend. Temperatursignale müssen häufig linearisiert werden, da viele Sensoren nicht-lineare Antworten auf Temperaturänderungen liefern. Anschliessend erfolgt eine Verstärkung und Filterung des oft schwachen und rauschbehafteten Signals. Der letzte Schritt ist die Umwandlung in ein standardisiertes Ausgangssignal wie 4-20 mA oder 0-10 V, die robust gegenüber elektrischen Störungen sind.
Diese Grundprinzipien bilden das Fundament für alle weiteren spezifischen Sensortypen, die wir in den folgenden Abschnitten betrachten werden.
Platin-RTDs: Eigenschaften und Einsatzbereiche
Platin-Widerstandsthermometer (RTD) zählen aufgrund ihrer hohen Präzision zu den am häufigsten eingesetzten Temperatursensoren in der Industrie. Diese Sensoren nutzen die einzigartige Eigenschaft von Platin, seinen elektrischen Widerstand mit steigender Temperatur vorhersagbar zu erhöhen.
Pt100 vs Pt1000: Widerstand und Temperaturbereich
Die Bezeichnungen Pt100 und Pt1000 beziehen sich auf den Nennwiderstand dieser Sensoren bei 0°C. Während ein Pt100 bei dieser Temperatur 100 Ohm aufweist, misst ein Pt1000 genau 1000 Ohm. Bei einer Temperaturänderung auf 10°C steigt der Widerstand beim Pt100 auf 103,903 Ohm und beim Pt1000 auf 1039,03 Ohm.
Hinsichtlich des Messbereichs überzeugen beide Sensortypen durch eine beeindruckende Spannweite. Pt100-Sensoren können Temperaturen von -200°C bis +850°C erfassen, während Pt1000-Elemente typischerweise für Bereiche von -200°C bis +500°C ausgelegt sind. Für industrielle Anwendungen mit Temperaturen bis 600°C bieten Pt100-Sensoren eine höhere Genauigkeit als Thermoelemente.
Ein entscheidender Unterschied liegt in der Beeinflussung durch den Leitungswiderstand. Bei einem Pt100 in Zweileiter-Schaltung verursacht jeder Meter Anschlussleitung eine Messabweichung von etwa 0,4°C. Dagegen führt derselbe Leitungswiderstand bei einem Pt1000 nur zu einer Abweichung von rund 0,04°C pro Meter. Folglich eignen sich Pt1000-Sensoren besonders für Zweileiter-Konfigurationen, während Pt100-Elemente vorzugsweise in Drei- oder Vierdraht-Schaltungen eingesetzt werden.
Callendar-Van-Dusen-Gleichung zur Linearisierung
Da Platin-RTDs keine ideale lineare Temperatur-Widerstands-Kurve aufweisen, nutzt man zur präzisen Berechnung die Callendar-Van-Dusen-Gleichung. Diese mathematische Formel beschreibt die Beziehung zwischen Widerstand und Temperatur für Platin-Widerstandsthermometer.
Für Temperaturen über 0°C gilt die vereinfachte Form: R(T) = R(0)[1 + A·T + B·T²]
Bei Temperaturen unter 0°C kommt ein zusätzlicher Term hinzu: R(T) = R(0)[1 + A·T + B·T² + C·(T-100)T³]
Dabei sind A, B und C experimentell bestimmte Konstanten. Für Platin-RTDs mit einem Temperaturkoeffizienten von 0,00385 Ohm/Ohm/°C (entspricht 3850 ppm/K) gelten standardmässig folgende Werte:
- A = 3,9083·10⁻³
- B = -5,775·10⁻⁷
- C = -4,183·10⁻¹² (für T < 0°C)
- C = 0 (für T ≥ 0°C)
Durch die Verwendung sensorspezifischer Konstanten anstelle der genormten Koeffizienten kann die Messgenauigkeit erheblich verbessert werden. Bei 150°C verringert sich der Messfehler von ±0,4°C auf ±0,18°C.
Dünnschicht- vs. Drahtgewickelte RTDs
Bei der Konstruktion von Platin-RTDs unterscheidet man hauptsächlich zwischen Dünnschicht- und drahtgewickelten Elementen.
Dünnschicht-RTDs werden mittels Photolithographie hergestellt. Hierbei wird eine strukturierte Platinschicht auf ein Keramiksubstrat aufgetragen und durch eine Glasbeschichtung geschützt. Zu ihren Vorteilen zählen:
- Geringere Herstellungskosten
- Schnellere Ansprechzeit
- Kompaktere Bauform
- Bessere Vibrationsfestigkeit
- Höhere Beständigkeit gegenüber Temperaturschocks
Im Gegensatz dazu bestehen drahtgewickelte RTDs aus einem dünnen Platindraht, der um einen nichtleitenden Kern aus Keramik oder Glas gewickelt ist. Diese Bauform bietet folgende Vorzüge:
- Grösserer Betriebstemperaturbereich
- Anpassbare Basiswiderstandswerte
- Höhere zulässige Messströme
- Bessere Genauigkeit über einen breiten Temperaturbereich
Während Pt100-Sensoren in beiden Ausführungen erhältlich sind, werden Pt1000-Elemente hauptsächlich in Dünnschichttechnik gefertigt. Dünnschicht-RTDs eignen sich typischerweise für Temperaturen bis 300°C, spezielle Ausführungen erreichen jedoch auch höhere Werte.
Für industrielle Anwendungen mit mittleren Stückzahlen stellen Pt1000-Sensoren in Dünnschichttechnik einen hervorragenden Kompromiss zwischen Kosten und Messgenauigkeit dar.
Nickel- und Balco-Sensoren im Vergleich zu Platin
Neben Platin haben sich auch Nickel und seine Legierungen als zuverlässige Materialien für Temperatursensoren etabliert. Obwohl sie nicht die Präzision von Platin erreichen, bieten sie dennoch entscheidende Vorteile für bestimmte Anwendungsbereiche.
TCR-Werte: 5000 ppm/K bis 6720 ppm/K
Der Temperaturkoeffizient des Widerstands (TCR) ist ein entscheidender Parameter für RTD-Sensoren und gibt an, wie stark sich der Widerstand bei Temperaturänderungen verändert. Nickel-basierte Sensoren zeichnen sich durch deutlich höhere TCR-Werte als Platin-Sensoren aus. Während Platin-RTDs typischerweise einen TCR von 3850 ppm/K aufweisen, bieten Nickel-Sensoren Werte zwischen 5000 und 6720 ppm/K.
Die verschiedenen Nickel-Varianten unterscheiden sich dabei in ihren spezifischen TCR-Werten:
- Nickel NL: 5000 ppm/K
- Nickel ND: 6180 ppm/K
- Nickel NJ: 6370 ppm/K
- Nickel NA: 6720 ppm/K
Darüber hinaus stellt Balco – eine Legierung aus 70% Nickel und 30% Eisen – eine interessante Alternative dar. Mit einem TCR von 5180 ppm/K (0,00518 Ω/Ω/°C) bietet Balco einen höheren Wert als Platin, jedoch geringere Werte als reine Nickel-Sensoren. Der entscheidende Vorteil von Balco gegenüber reinem Nickel liegt in der besseren Linearität der Temperatur-Widerstands-Kurve.
Diese höheren TCR-Werte führen zu einer steileren Kennlinie, was bedeutet, dass schon kleine Temperaturänderungen zu signifikanten Widerstandsänderungen führen. Folglich lassen sich Temperaturunterschiede leichter erkennen und messen, was besonders bei Anwendungen mit geringen Temperaturschwankungen vorteilhaft ist.
Für die praktische Anwendung bedeutet dies: Bei gleicher Messschaltung liefern Nickel-Sensoren ein stärkeres Signal als Platin-Sensoren, was die Signalverarbeitung vereinfacht und die Messgenauigkeit bei bestimmten Anwendungen verbessern kann. Allerdings lassen sich die Messwerte nicht so einfach linearisieren wie bei Platin-Sensoren.
Zur Berechnung der Temperatur aus dem gemessenen Widerstand werden für jeden Sensortyp spezifische Koeffizienten verwendet. Für Nickel ND (6180 ppm/K) gelten beispielsweise folgende Werte:
- A = 5,485 * 10^-3 [°C^-1]
- B = 6,65 * 10^-6 [°C^-2]
- C = 0
Einsatz in HLK-Systemen und Haushaltsgeräten
Nickel-RTD-Temperatursensoren eignen sich mit ihrem Betriebstemperaturbereich von -60°C bis +300°C besonders gut für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK). In diesen Anwendungen werden häufig keine extremen Temperaturen gemessen, sondern eher moderate Bereiche um die Raumtemperatur herum überwacht.
Die Stärken der Nickel-Sensoren kommen hier besonders zur Geltung:
- Einfache Linearisierung: Im begrenzten Temperaturbereich von HLK-Systemen lässt sich die Kennlinie gut approximieren.
- Steile Kennlinie: Kleine Temperaturänderungen werden zuverlässig erfasst.
- Hervorragende Langzeitstabilität: Wichtig für wartungsarme Installationen.
- Kosteneffizienz: Günstiger als Platin bei ausreichender Genauigkeit für die Anwendung.
Im Gegensatz zu Platin-RTDs, die vorwiegend in industriellen Prozessen mit extremen Temperaturen oder hohen Präzisionsanforderungen eingesetzt werden, finden Nickel- und Balco-Sensoren ihren Platz in weniger anspruchsvollen, aber mengenmässig bedeutenden Anwendungen.
Eine besondere Bauform stellen geätzte Folien-Sensoren aus Balco oder Nickel dar. Während traditionelle Sensoren punktuelle Temperaturmessungen ermöglichen, können diese flächigen Sensoren die Durchschnittstemperatur über grössere oder unregelmässige Bereiche erfassen. Sobald eine Balco- oder Nickel-Schaltung Wärme ausgesetzt wird, ändert sich der Widerstand vorhersagbar mit der Temperatur. Diese Widerstandsänderungen werden von einem Kontrollsystem gemessen, das eine vordefinierte Widerstands-Temperatur-Zuordnungstabelle referenziert.
Balco- und Nickel-Schaltungen reagieren dabei anders als typische Heizkreise aus Materialien wie Inconel, Constantan oder Cupron. Während Heizkreise für eine konstante Wärmeabgabe optimiert sind, produzieren Balco- und Nickel-Schaltungen naturgemäss weniger Leistung, wenn sie sich erwärmen und der Widerstand steigt.
Trotz ihrer Vorteile in bestimmten Anwendungen bleibt Platin das bevorzugte Material für präziseste RTD-Elemente – ungeachtet seines höheren Preises und niedrigeren Temperaturkoeffizienten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, den richtigen Sensortyp für die spezifische Anwendung auszuwählen, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Genauigkeit, Temperaturbereich, Linearität und Kosten.

Thermistoren: NTC und PTC im Detail
Thermistoren gehören zu den temperaturabhängigen Widerständen und sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit eine beliebte Wahl für zahlreiche Temperaturmessanwendungen. Im Gegensatz zu den bereits besprochenen Metallwiderständen bestehen Thermistoren aus keramischen Materialien oder Polymeren, die einen deutlich höheren Temperaturkoeffizienten aufweisen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Thermistoren: Negative Temperature Coefficient (NTC) oder Heissleiter, deren Widerstand mit steigender Temperatur abnimmt, und Positive Temperature Coefficient (PTC) oder Kaltleiter, deren Widerstandswert mit zunehmender Temperatur ansteigt. Diese gegensätzlichen Eigenschaften machen sie für unterschiedliche Anwendungsbereiche besonders wertvoll.
NTC-Thermistor als digitales Thermometer
NTC-Thermistoren haben sich aufgrund ihrer günstigen Preise zu den meistverwendeten Bauteilen im Bereich der Temperaturerfassung entwickelt. Ihr Widerstand nimmt bei steigender Temperatur ab, was auf dem Halbleitereffekt beruht – die Anzahl der freien Ladungsträger nimmt zu und verringert dadurch den elektrischen Widerstand.
Die mathematische Beschreibung der Kennlinie erfolgt typischerweise durch folgende Formel: R(T) = R₁·e^(B·(1/T-1/T₀))
Hierbei ist T die Temperatur in Kelvin, R₀ der Widerstand bei der Temperatur T₀ und B eine Materialkonstante in der Grössenordnung von 3000 K. Der Temperaturkoeffizient des Heissleiters ergibt sich zu α = -B/T² und fällt damit quadratisch mit steigender Temperatur ab.
Für präzise Temperaturmessungen können NTC-Thermistoren in Verbindung mit Mikrocontrollern als digitale Thermometer eingesetzt werden. Ein einfaches und kosteneffektives Messverfahren besteht aus einem Spannungsteiler und einem Mikrocontroller mit eingebautem Zähler. Hierbei wird die Zeit gemessen, die ein Kondensator benötigt, um sich durch den temperaturabhängigen Widerstand zu entladen. Diese Schaltung ermöglicht eine Temperaturmessung über einen Bereich von 50°C mit einer Fehlertoleranz von nur ±1,5°C.
NTC-Sensoren werden generell im Temperaturbereich von -55°C bis 200°C eingesetzt und bieten folgende Vorteile:
- Etwa fünfmal höhere Temperaturempfindlichkeit als Silizium-Temperatursensoren
- Ungefähr zehnmal höhere Empfindlichkeit als RTDs
- Kleines Format und schnelle Ansprechzeit
- Gute Stoss- und Vibrationsfestigkeit bei niedrigen Kosten
PTC-Thermistor als Stromschutz
PTC-Thermistoren zeigen zunächst ein ähnliches Verhalten wie NTC-Thermistoren, jedoch steigt ihr Widerstand ab einer bestimmten Temperatur, der sogenannten Curie-Temperatur, steil an. Diese Eigenschaft macht sie ideal für Schutzschaltungen in der Elektronik.
Die PTC-Thermistoren bestehen meist aus polykristalliner ferroelektrischer Keramik wie Bariumtitanat. Oberhalb der Curie-Temperatur TA bilden sich zwischen den Korngrenzen Sperrschichten aus, was zu einem steilen Anstieg des elektrischen Widerstands führt. Im Bereich zwischen der Nenntemperatur TN und der Endtemperatur TE verläuft die Kennlinie näherungsweise exponentiell: R(T) = R₀·e^(α·(T-T₀))
Der Temperaturkoeffizient α liegt hier zwischen 100 K⁻¹ und 300 K⁻¹ und ist relativ temperaturunabhängig.
Diese selbstschützenden Eigenschaften der keramischen PTC-Technologie verhindern eine Überhitzung oder Überlastung des Bauteils und begrenzen den Strom. Dadurch eignen sie sich hervorragend als rückstellbare Sicherungen. Bei Überstrom erhitzt sich der PTC-Widerstand schnell, wodurch sein Widerstand deutlich zunimmt und den Stromkreis effektiv “abschaltet”. Sobald das Problem behoben ist, kehrt der PTC-Thermistor automatisch in seinen niederohmigen Zustand zurück.
Linearisierung durch Parallelwiderstand
Eine Herausforderung bei der Verwendung von Thermistoren ist ihre nichtlineare Kennlinie. Allerdings lässt sich diese durch einfache Schaltungsmassnahmen linearisieren. Bei NTC-Thermistoren erfolgt dies typischerweise durch Parallelschalten eines Widerstands.
Der Gesamtwiderstand Rg(T) der Parallelschaltung beträgt: Rg(T) = (Rp·RH(T))/(Rp+RH(T))
Durch geeignete Dimensionierung des Parallelwiderstands Rp kann man erreichen, dass die Kennlinie in einem bestimmten Temperaturbereich nahezu linear verläuft. Der Vorteil dieser Methode ist ihre Einfachheit, allerdings wird dadurch die Empfindlichkeit erheblich herabgesetzt.
Für die praktische Anwendung sollte der Parallelwiderstand RPAR so gewählt werden, dass er dem Widerstandswert des Thermistors in der Mitte des gewünschten Temperaturbereichs entspricht. Für einen Temperaturbereich von 25 bis 75°C hat beispielsweise ein 10-kΩ-Thermistor einen Widerstand von etwa 3,6 kΩ bei 50°C. Um für diesen Bereich zu linearisieren, muss der Parallelwiderstand ebenfalls 3,6 kΩ betragen.
Alternativ kann bei moderneren Anwendungen die Linearisierung auch durch digitale Signalverarbeitung oder mit Hilfe von Lookup-Tabellen erfolgen.
Thermoelemente und der Seebeck-Effekt
Im Gegensatz zu Widerstandsthermometern, die auf Widerstandsänderungen basieren, nutzen Thermoelemente den Seebeck-Effekt – ein physikalisches Phänomen, das 1821 vom deutschen Physiker Thomas Johann Seebeck entdeckt wurde. Dieser Effekt beschreibt, dass in einem Stromkreis aus zwei unterschiedlichen Metallen bei einem Temperaturunterschied zwischen den Kontaktstellen eine kleine elektrische Spannung entsteht.
Bei Thermoelementen werden zwei verschiedene Metalle oder Legierungen an einem Ende miteinander verbunden. Wenn diese Verbindungsstelle (die “Heissstelle”) einer anderen Temperatur ausgesetzt wird als die offenen Enden (die “Kaltstelle”), entsteht eine messbare Spannung. Diese Thermospannung ist eine direkte Funktion der Temperaturdifferenz und liegt typischerweise im Bereich von einigen 10 µV pro 1 °C.
Typ J, K, T: Temperaturbereiche und Genauigkeit
Die verschiedenen Thermoelementtypen unterscheiden sich durch ihre Materialkombinationen, was ihnen unterschiedliche Eigenschaften verleiht:
Typ K (NiCr-Ni) ist der am weitesten verbreitete Thermoelement-Typ. Er deckt einen beeindruckenden Temperaturbereich von -200°C bis +1250°C ab und gilt als “Allrounder” in der Industrie. Aufgrund seiner Vielseitigkeit eignet sich Typ K für zahlreiche industrielle Anwendungen und im Maschinenbau.
Typ J (Fe-CuNi), auch als Eisen-Konstantan bekannt, bietet einen Temperaturbereich von -40°C bis +750°C. Allerdings besteht bei diesem Typ ein erhöhtes Risiko der Rostbildung bei Temperaturen unter der Umgebungstemperatur. Typ J kann, im Gegensatz zu anderen Typen, sicher in reduzierenden Atmosphären verwendet werden, wird jedoch in oxidierenden Atmosphären über 550°C schnell abgebaut. Haupteinsatzgebiete sind die Kunststoff- und Verpackungsindustrie.
Typ T (Cu-CuNi) verfügt über einen Messbereich von -200°C bis +400°C und eignet sich hervorragend für niedrige Temperaturen sowie feuchte Umgebungen. Besonders in der Kryotechnik und bei Vakuumanwendungen ist dieser Typ die erste Wahl.
| Typ | Material | Temperaturbereich | Einsatzgebiet |
| K | NiCr-Ni | -200°C bis +1250°C | Industrielle Anwendungen, Maschinenbau |
| J | Fe-CuNi | -40°C bis +750°C | Kunststoffindustrie, Verpackungsindustrie |
| T | Cu-CuNi | -200°C bis +400°C | Kryotechnik, Vakuum |
Die Genauigkeit von Thermoelementen wird durch Toleranzklassen definiert. Beispielsweise liegt die Grenzabweichung für Typ J in Klasse 1 bei ±1,5°C oder 0,40% im Temperaturbereich von -40°C bis +375°C. In Klasse 2 erhöht sich die Abweichung auf ±2,5°C oder 0,75%.
Kaltstellenkompensation und Signalverarbeitung
Ein fundamentales Problem bei der Arbeit mit Thermoelementen besteht darin, dass sie keine absoluten Temperaturen messen, sondern nur Temperaturdifferenzen. Darüber hinaus entsteht beim Anschluss eines Thermoelements an ein Messgerät ein weiteres Thermoelement, dessen Thermospannungssignal sich zum dem des angeschlossenen Thermoelements addiert.
Um dieses Problem zu lösen, wird die Kaltstellenkompensation eingesetzt. Diese Technik gleicht die fehlende Thermospannung aus, die dadurch entsteht, dass das kalte Ende des Thermoelements nicht auf 0°C liegt. Die Kaltstellenkompensation ist der Hauptgrund dafür, dass sich Thermoelemente zum heute am häufigsten verwendeten Temperatursensor in der Industrie entwickelt haben.
Historisch wurde als Referenz ein Eisbad aus fast gefrorenem destilliertem Wasser verwendet, das eine bekannte Temperatur von 0°C hat. Da ein solches Eisbad jedoch unpraktisch ist, werden heute verschiedene Methoden angewandt:
- Nutzung eines thermisch empfindlichen Elements wie Thermistor oder Diode zur Messung der Umgebungstemperatur
- Kleine Anschlusskästen mit Temperaturkontrolle, die konstant auf einer bestimmten Temperatur gehalten werden
- Automatische Online-Kompensation im Messgerät
Für die Signalverarbeitung muss beachtet werden, dass Thermoelemente kein lineares Signal proportional zur Temperatur ausgeben. Das Signal ist nicht nur sehr klein (im Millivolt-Bereich), sondern auch stark störanfällig. Folglich sind spezielle Messgeräte erforderlich, die über die Möglichkeit des Anschlusses von Thermoelementen und deren Linearisierung verfügen.
Moderne Messumformer verstärken das Signal, berücksichtigen die variable Vergleichsstellentemperatur und nehmen eine Linearisierung vor. Häufig wird das Signal in ein standardisiertes 4 bis 20 mA-Format umgewandelt, welches robuster ist und sich über grössere Entfernungen ohne grosse Verluste und Störungen übertragen lässt.
Halbleiterbasierte Temperatursensoren
Halbleiterbasierte Temperatursensoren stellen eine moderne Alternative zu klassischen Messverfahren dar. Diese Sensoren nutzen die temperaturabhängige Änderung von Halbleiterparametern, um präzise Temperaturmessungen zu ermöglichen. Aufgrund ihres begrenzten Temperaturbereichs finden sie hauptsächlich Anwendung bei Temperaturen bis etwa 140°C. Mehr zu diesem Thema unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Halbleiter-Temperatursensor
TSic-Sensoren mit digitalem Ausgang
Die TSic-Sensoren der Innovative Sensor Technology (IST AG) repräsentieren eine fortschrittliche Generation von Halbleiter-Temperatursensoren. Diese digitalen Sensoren wurden speziell als energieeffiziente, hochpräzise Lösung für die Temperaturmessung entwickelt. Mit einem beeindruckenden Messbereich von -50°C bis +150°C und einer Auflösung von 0,1 K bieten sie vielseitige Einsatzmöglichkeiten.
Ein herausragendes Merkmal der TSic-Sensoren ist ihre aussergewöhnliche Genauigkeit. Je nach Ausführung erreichen sie folgende Präzisionsstufen:
- T1: ±0,5 K im Bereich von +10°C bis +90°C
- T2: ±1,0 K im Bereich von -20°C bis +110°C
- T3: ±2,0 K im Bereich von -50°C bis +150°C
Dadurch übertreffen diese Sensoren sogar die Genauigkeit eines Platin-Sensors der Klasse F 0,15 nach DIN EN 60751. Bemerkenswert ist ausserdem, dass selbst bei Leitungslängen über 10 Meter die Genauigkeit innerhalb der spezifizierten Toleranzgrenzen bleibt.
Für die Signalübertragung nutzen TSic-Sensoren das ZACwire-Protokoll, ein digitales Kommunikationsprotokoll, das speziell für diese Anwendung entwickelt wurde. Die digitale Übertragung bietet Vorteile gegenüber analogen Signalen, insbesondere bei längeren Übertragungswegen, da sie weniger anfällig für Störungen ist.

Integrierte Signalverarbeitung und Kalibrierung
Ein wesentlicher Vorteil von Halbleiter-Temperatursensoren ist ihre integrierte Signalverarbeitung. Beim digitalen Niedrigleistungs-Temperatursensor SMT172 beispielsweise sind zwei als Stromquellen konfigurierte BJT-Transistoren verbaut, die einen Kondensator laden und entladen und durch einen Schmitt-Trigger eine PWM (Pulsweitenmodulation) erzeugen.
Bei der Pulsweitenmodulation wird ein Signal erzeugt, dessen Pulsbreite proportional zur gemessenen Temperatur ist. Der angeschlossene Mikrocontroller misst diese Pulsbreite und rechnet sie anhand einer vorgegebenen Skala oder mathematischen Formel in eine Temperatur um. Alternativ können Halbleiter-Temperatursensoren auch über digitale Kommunikationsprotokolle wie I²C (Inter-Integrated Circuit) angebunden werden.
Besonders hervorzuheben ist die Werks-Kalibrierung dieser Sensoren. Die TSic-Temperatursensoren werden bereits im Herstellungsprozess vorkalibriert, sodass kundenseitig keine weitere Kalibrierung notwendig ist. Dieser Vorgang erfolgt durch Wafer-Kalibrierung, wobei auf einem 6-Zoll-Wafer etwa 7000 Sensoren gleichzeitig kalibriert werden. Bei Raumtemperatur wird der Offset des Sensors festgestellt und durch Zener-Zapping ausgeglichen. Dieses Verfahren ermöglicht eine hohe absolute Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der Temperatursensoren.
Einsatz in mobilen Geräten und Wearables
Dank ihrer geringen Stromaufnahme von typischerweise unter 30 µA bei 25°C und 3,3 V DC eignen sich TSic-Sensoren hervorragend für mobile Anwendungen. Darüber hinaus ist die Eigenerwärmung vernachlässigbar, da der Aktivstrom minimal ist und die Wärmeabgabe an die Umgebung durch den mechanischen Aufbau maximal gewährleistet wird.
In der Medizintechnik haben sich Halbleiter-Temperatursensoren mittlerweile fest etabliert. Der Temperatursensor AS6221 von ams OSRAM beispielsweise erreicht eine Genauigkeit von ±0,09°C und eignet sich damit ideal für Anwendungen im Gesundheitswesen und Wearables. Seine ultrakompakte Grösse (WLCSP 1,5 x 1,0 mm) ermöglicht präzise Messungen der Körper- und Hauttemperatur in Produkten zur Kontrolle von Gesundheit und Wohlbefinden.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet sind Systeme zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung (CGM) für Diabetiker. Hier kompensieren die hochleistungsfähigen Temperatursensoren Temperaturschwankungen und verbessern dadurch das Diabetesmanagement.
Neben medizinischen Anwendungen finden Halbleiter-Temperatursensoren zunehmend Einsatz in der Gebäudetechnik und im Maschinenbau. Ihre kompakte Bauform, hohe Genauigkeit und digitale Signalverarbeitung machen sie zu einer attraktiven Option für IoT-Anwendungen und moderne Mess- und Regelsysteme.
Vergleich der Sensortypen nach Anwendungskriterien
Bei der Auswahl des richtigen Temperatursensors spielen verschiedene Anwendungskriterien eine entscheidende Rolle. Die Eignung eines bestimmten Sensortyps hängt massgeblich von der spezifischen Anwendung ab, weshalb es unmöglich ist, einen Sensortyp als generell überlegen zu bezeichnen.
Genauigkeit vs. Kosten
Die Genauigkeit von Temperatursensoren steht häufig in direktem Zusammenhang mit ihren Kosten. RTDs bieten typischerweise eine Genauigkeit von 0,1 bis 1°C, während Thermistoren Werte zwischen 0,05 und 1,5°C erreichen. Allerdings sind Thermoelemente im Allgemeinen kostengünstiger als RTDs – ein RTD kostet oft zwei- bis dreimal mehr als ein Thermoelement mit vergleichbarem Temperaturbereich und Design.
Für hochpräzise Anwendungen empfiehlt sich ein RTD oder ein kalibrierter diodenbasierter Temperatursensor. Der Halbleiter-Temperatursensor TMP117 beispielsweise bietet eine Genauigkeit, die mit einem RTD der Klasse AA vergleichbar ist, benötigt jedoch nur einen Bruchteil der Leistung.
Interessanterweise können in neueren Entwicklungen auch kostengünstigere Sensoren beeindruckende Genauigkeiten erzielen. Der MAX31888 erreicht eine Präzision von ±0,25°C zwischen -20 und +105°C bei einer Auflösung von 16 bit (0,005°C).
Reaktionszeit und Stabilität
Die Ansprechzeit variiert erheblich zwischen den verschiedenen Sensortypen:
- Thermistoren: schnell (0,12 bis 10 s)
- RTDs: langsamer (1 bis 50 s)
- Thermoelemente: sehr schnell (weniger als eine Sekunde)
Hinsichtlich der Langzeitstabilität zeigen RTDs deutliche Vorteile. Bei 100°C beträgt ihre Drift etwa 0,05°C pro Jahr, während Thermistoren mit 0,2°C pro Jahr driften. Thermoelemente neigen aufgrund chemischer Veränderungen im Sensor (z.B. Oxidation) zu einer stärkeren Drift über längere Zeiträume.
Bemerkenswert ist zudem der SMT172 Halbleiter-Temperatursensor mit einer t63% von nur 0,6 s, was ihn im Vergleich zu allen anderen Technologien besonders schnell macht.
Selbsterwärmung und Energieverbrauch
Ein oft übersehener Faktor bei der Sensorauswahl ist die Selbsterwärmung, die zu Messfehlern führen kann. Die Verlustleistung eines Pt100 bei 0°C und einem Messstrom von 1 mA beträgt 0,1 mW. Pt1000-Sensoren haben bei gleichem Messstrom einen Nachteil aufgrund des höheren Widerstands, können jedoch mit niedrigerem Strom betrieben werden, was den negativen Effekt weitgehend kompensiert.
Moderne Halbleitersensoren zeichnen sich durch extrem niedrigen Energieverbrauch aus:
- TMP117: 3,5 µA (typisch) bei 1 Hz Umwandlungszyklus, 150 nA Abschaltstrom
- MAX31888: 68 µA während der Messung
Diese geringen Stromaufnahmen minimieren die Auswirkungen der Selbsterwärmung auf die Messgenauigkeit erheblich.
Bei industrieüblichen Anwendungen mit normalen Anforderungen spielt die Selbsterwärmung allerdings eine untergeordnete Rolle, sofern Fühlerkonstruktion und Einbausituation passen. Für hochpräzise Messungen hingegen muss dieser Faktor unbedingt berücksichtigt werden.
Die richtige Wahl des Temperatursensors erfordert daher eine sorgfältige Abwägung zwischen Genauigkeit, Ansprechzeit, Stabilität, Energieverbrauch und Kosten – stets unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung.
Auswahlhilfe: Welcher Sensor für welche Anwendung?
Die richtige Wahl eines Temperatursensors hängt massgeblich vom Einsatzbereich ab. Nachdem wir die verschiedenen Sensortypen kennengelernt haben, betrachten wir nun ihre optimale Anwendung in spezifischen Branchen.
Industrielle Prozessüberwachung
In der industriellen Messtechnik spielen Temperaturfühler eine entscheidende Rolle bei der Überwachung und Regelung thermischer Prozesse. Für diese Anwendungen sind Umgebungsbedingungen besonders relevant: Feuchtigkeit, Druck, chemische Einflüsse und mechanische Belastungen beeinflussen die Wahl des geeigneten Sensorgehäuses und Fühlermaterials.
Widerstandsthermometer eignen sich hervorragend für präzise industrielle Messungen im Temperaturbereich von -196°C bis +600°C. Für höhere Temperaturen bis 1700°C sind hingegen Thermoelemente die bessere Wahl. Besonders in der Chemie- und Pharmaindustrie ist die Einhaltung von Industriestandards und Zertifizierungsnachweisen ein kritisches Auswahlkriterium. Werkszeugnisse sind dabei für Unternehmen unverzichtbar, die ihre Qualitätssicherungsprozesse dokumentieren müssen.
Medizinische Geräte
In der Medizintechnik haben sich verschiedene Sensortechnologien etabliert. NTC-Thermistoren werden häufig für die Oberflächentemperaturmessung eingesetzt. Sie verfügen über eine zweidrahtige Verbindung und nutzen die Widerstandseigenschaften von Keramik-Metall-Verbundstoffen.
Für die kontaktlose Temperaturmessung sind Infrarotsensoren ideal, die insbesondere bei der Messung der Ohr-, Stirn- oder Hauttemperatur zum Einsatz kommen. Das Messelement besteht aus mehreren Thermoelementen auf einem Silizium-Chip und misst die Infrarotenergie eines Objekts.
Digitale Temperatursensoren werden zwar seltener für die Oberflächentemperaturmessung verwendet, sind jedoch in Geräten für die häusliche Krankenpflege und in persönlichen Tracking-Geräten integriert. Sie können beispielsweise die Lufttemperatur in Beatmungsgeräten überwachen und dadurch den Patientenkomfort maximieren.
Automotive und IoT-Anwendungen
Im Automobilbereich hat Continental einen digitalen, minimalintrusiven Temperatursensor entwickelt, der die Sicherheit und Leistung des Thermomanagementsystems von Elektrofahrzeugen verbessert. Präzise Sensoren sind hier für die Temperaturüberwachung während des Ladevorgangs der Batterie unerlässlich, um thermische Risiken zu minimieren.
Darüber hinaus spielt die Abgasregelung eine wichtige Rolle: Temperatur- und Drucksensoren in Katalysatoren und Partikelfiltern tragen zur Reduktion von Emissionen und zur Einhaltung von Abgasnormen bei. Ebenso wichtig ist die Temperaturüberwachung zum Schutz empfindlicher elektronischer Komponenten vor Überhitzung.
Für IoT-Anwendungen eignen sich besonders Sensoren, die Temperaturinformationen drahtlos an eine IoT-Plattform zur Überwachung, Analyse und Steuerung übertragen können. Besonders hilfreich sind dabei kompakte, energieeffiziente Lösungen wie der MAX31888, der eine beeindruckende Genauigkeit von ±0,25°C zwischen -20°C und +105°C bietet.
Schlussfolgerung
Die Wahl des richtigen Temperatursensors erweist sich als entscheidender Faktor für präzise Messungen in verschiedensten Anwendungsbereichen. Tatsächlich bietet jede Sensortechnologie spezifische Vor- und Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden müssen.
Platin-RTDs überzeugen durch ihre hervorragende Genauigkeit und Langzeitstabilität, besonders für Messungen zwischen -200°C und +850°C. Allerdings stehen diese Vorteile den höheren Kosten gegenüber. Nickel- und Balco-Sensoren präsentieren sich dagegen als kostengünstigere Alternative mit höheren TCR-Werten, eignen sich jedoch primär für moderate Temperaturbereiche wie in HLK-Systemen.
Thermistoren bieten ebenfalls einzigartige Eigenschaften – NTC-Typen mit ihrer hohen Empfindlichkeit für präzise Messungen und PTC-Varianten als selbstrückstellende Schutzkomponenten. Thermoelemente zeichnen sich wiederum durch ihre Robustheit und den beeindruckenden Messbereich bis 1700°C aus, während Halbleiter-Temperatursensoren durch digitale Signalverarbeitung und minimalen Energieverbrauch besonders in tragbaren Geräten brillieren.
Für die Auswahl des optimalen Sensors müssen wir daher mehrere Faktoren berücksichtigen: Temperaturbereich, erforderliche Genauigkeit, Umgebungsbedingungen, Reaktionszeit und natürlich das Budget. Beispielsweise eignen sich für medizinische Anwendungen hochpräzise Halbleitersensoren, während industrielle Hochtemperaturprozesse zuverlässige Thermoelemente erfordern.
Zudem sollten bei der Sensorauswahl auch praktische Aspekte wie Anschlusstechnik, Signalverarbeitung und Kalibrierungsaufwand bedacht werden. Unabhängig von der gewählten Technologie bleibt die korrekte Installation und regelmässige Wartung unerlässlich für langfristig zuverlässige Messergebnisse.
Abschliessend lässt sich feststellen: Das Verständnis der verschiedenen Temperatursensortechnologien ermöglicht eine fundierte Entscheidung für spezifische Anwendungen. Diese Entscheidung bildet letztendlich die Grundlage für präzise Temperaturmessungen – eine wesentliche Voraussetzung für effiziente Prozesse, innovative Produkte und zuverlässige Systeme in nahezu allen Bereichen moderner Technik.
FAQs
Q1. Welche Arten von Temperatursensoren gibt es und wie unterscheiden sie sich? Es gibt verschiedene Arten von Temperatursensoren wie Widerstandsthermometer (RTDs), Thermistoren, Thermoelemente und Halbleitersensoren. Sie unterscheiden sich in ihrem Messprinzip, Temperaturbereich, Genauigkeit und Anwendungsgebieten. RTDs sind sehr genau, Thermoelemente decken einen grossen Temperaturbereich ab, Thermistoren reagieren schnell und Halbleitersensoren eignen sich gut für digitale Anwendungen.
Q2. Wofür werden Platin-RTDs hauptsächlich eingesetzt? Platin-RTDs werden hauptsächlich für präzise Temperaturmessungen in industriellen Anwendungen eingesetzt. Sie eignen sich besonders gut für den Temperaturbereich von -200°C bis +850°C und zeichnen sich durch hohe Genauigkeit und Langzeitstabilität aus. Typische Einsatzgebiete sind die Prozessüberwachung in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie andere Bereiche, die genaue und zuverlässige Messungen erfordern.
Q3. Welche Vorteile bieten Halbleiter-Temperatursensoren? Halbleiter-Temperatursensoren bieten mehrere Vorteile: Sie haben einen sehr geringen Energieverbrauch, was sie ideal für mobile und batteriebetriebene Geräte macht. Viele Modelle verfügen über integrierte Signalverarbeitung und digitale Ausgänge, was die Anbindung an Mikrocontroller vereinfacht. Zudem können sie sehr kompakt gebaut werden und eignen sich daher gut für Wearables und IoT-Anwendungen. Einige Modelle erreichen auch eine hohe Genauigkeit, vergleichbar mit Platin-RTDs.
Q4. Wie wählt man den richtigen Temperatursensor für eine bestimmte Anwendung aus? Die Auswahl des richtigen Temperatursensors hängt von mehreren Faktoren ab: dem erforderlichen Temperaturbereich, der benötigten Genauigkeit, den Umgebungsbedingungen (z.B. Feuchtigkeit, Chemikalien), der gewünschten Reaktionszeit und dem Budget. Auch praktische Aspekte wie Anschlusstechnik und Signalverarbeitung sollten berücksichtigt werden. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Sensortypen sorgfältig abzuwägen und den am besten geeigneten für die spezifische Anwendung zu wählen.
Q5. Welche Rolle spielen Temperatursensoren in der Automobilindustrie? In der Automobilindustrie spielen Temperatursensoren eine wichtige Rolle für Sicherheit und Effizienz. Sie werden zur Überwachung der Batterietemperatur in Elektrofahrzeugen eingesetzt, um thermische Risiken während des Ladevorgangs zu minimieren. Zudem sind sie wichtig für die Abgasregelung, indem sie Temperaturen in Katalysatoren und Partikelfiltern messen und so zur Emissionsreduzierung beitragen. Auch zum Schutz empfindlicher elektronischer Komponenten vor Überhitzung werden Temperatursensoren eingesetzt.



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